Wann
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Konzertort:  Kunstmuseum Kloster Unser Lieben Frauen - Regierungsstraße 4-6, 39104 Magdeburg, Deutschland

Telemann Festage Magdeburg (link)

polyharmonique
Magdalene Harer | Sopran
Joowon Chung | Sopran
Alexander Schneider | Alt & Musikalische Leitung
Jaro Kirchgessner | Alt
Johannes Gaubitz  | Tenor
Christopher Renz | Tenor
Matthias Lutze | Bass
Cornelius Uhle | Bass

Wrocław Baroque Orchestra | Jarosław Thiel | Barockcello & Leitung

Gedanken zur Aufführung
von Alexander Schneider

Für das heutige Konzert wurden sieben Kantaten aus Telemanns Sicilianischem Jahrgang ausgewählt und zu einem Zyklus zusammengestellt. Nicht der liturgische Kalender bestimmt dessen Abfolge, sondern inhaltliche und musikalische Verwandtschaften. Die Auswahl besitzt eine innere Dramaturgie und führt die Hörenden durch grundlegende Aspekte des evangelisch-protestantischen Glaubens. Das Lob des Schöpfers steht neben Bitte und Klage, die Bruderliebe neben Demut, Buße neben Barmherzigkeit, die beide in einer tröstenden Zusage göttlicher Geduld münden.

Jede Kantate beginnt mit einem Dictum, dessen Verse solistisch oder im Ensemble vorgetragen werden. Diese wiederkehrende Form setzt Orientierungspunkte und öffnet zugleich den Blick auf Telemanns Variantenreichtum. Affekte und Tonarten greifen ineinander. Kontraste werden bewusst gesetzt. Telemann erschafft eine an italienischen Vorbildern orientierte Klangwelt, die dennoch in der protestantischen Tradition Mitteldeutschlands verwurzelt bleibt. Der Einsatz zweier obligater Oboen oder Blockflöten verstärkt dieses Bild. Die Kombination schafft eine pastorale Szenerie von großer Unmittelbarkeit.

Ein zentrales Strukturprinzip unseres Zyklus ist die konsequente Verteilung des solistischen Materials: Alle acht Sängerinnen und Sänger des Ensembles übernehmen Arien und Rezitative. Telemanns Musik erwächst aus kleinen, sanglichen Motiven und folgt dem Wort mit natürlicher Klarheit; kontrapunktisch gesetzte Chöre bündeln die Stimmen zu einem warmen, transparenten Klanggefüge. So entsteht, unterstützt durch die Vielfalt der Vokalstimmen, ein fortlaufender Wechsel von Klangfarben, Tessituren und rhetorischen Perspektiven in fein gezeichneten Rollen. Der Jahrgang wird als Labor der musikalischen Affekte erlebbar, mit ständig wechselnden Stimmkombinationen, zwischen individueller Ansprache und kollektivem Coro. Das Orchester kommentiert, trägt, widerspricht und öffnet Räume.

Eine festliche Ouverture setzt den Auftakt. Weitere Sätze der Suite erscheinen an dramaturgischen Eckpunkten. So entsteht aus Einzelwerken ein zusammenhängender Weg, ein Zyklus mit klarer Spannungsführung, der Telemanns Sicilianischen Jahrgang nicht nur präsentiert, sondern erfahrbar macht. Bei den Magdeburger Telemann Festtagen 2026 erlebt dieser Kantatenzyklus seine Premiere. Er versteht sich als Hommage an Telemanns schöpferischen Mut und als Einladung, diesem einzigartigen Jahrgang eine neue Gegenwart zu schenken.

Adresse

Konzerthalle Georg Philipp Telemann
Regierungsstraße
39104 Magdeburg
Deutschland

52.1296512, 11.6369195